DMV-Fachgruppe Stochastik
The Probability & Statistics Group


Erfahrungsaustausch über die neuen Studiengänge


Hier sollen die Erfahrungen ausgetauscht werden, die bei der Neustrukturierung der Studiengänge in Bachelor und Master an den einzelnen Universitäten gesammelt wurden. Insbesondere interessieren folgende Punkte dabei:
  • Wie werden die Lehramtsstudiengänge und die Diplomstudiengänge fortgesetzt?
  • Wie hoch ist der Anteil der Mathematik-Module im Bachelor und Master?
  • Wieviele Stochastik-Module müssen / können studiert werden?
  • Was ist mit dem Nebenfach?
  • Müssen Praktika absolviert werden?
  • Wie wird der Übergang vom Bachelor zum Master geregelt?
  • Wie werden die Prüfungen organisiert?
  • Wie haben sich die Studierendenzahlen nach Einführung des Bachelors entwickelt?
  • Welche Agenturen haben die Studiengänge akkreditiert?
  • Welche Auflagen wurden bei der Akkreditierung auferlegt?
Bitte schicken Sie Ihre Erfahrungen an den Internetbeauftragten Götz Kersting  st-net-gk@math.uni-frankfurt.de





Universität Kassel von Christine Müller


An der Universität Kassel gibt bisher es nur den Bachelor- und Master-Studiengang in Computational Mathematics, der von der ZEvA akkreditiert wurden. Daneben existieren weiterhin die alten Diplom- und Lehramtsstudiengänge in Mathematik. Allerdings wurde das Vorlesungsangebot schon modularisiert.

Die Lehramtsstudiengänge wurden außerdem gerade nach Vorgaben des hessischen Ministeriums neustrukturiert, aber nicht in Form von Bachelor und Master, sondern weiterhin als ein einziger Studiengang. Der Anteil der Mathematik-Module ohne Mathematik-Didaktik umfasst nur 66 Credits (ECTS). Davon sind 9 Credits in Stochastik Pflicht und bis zu 9 Credits zusätzlich in Stochastik im Wahlpflichtbereich möglich.



Universität Oldenburg von Christine Müller


An der Universität Oldenburg existieren seit dem WS 05/06 nur noch Bachelor- und Master-Studiengänge. Die Universitätsleitung hat versucht, daür ein einheitliches Konzept zu schaffen, was viele Vorteile hat aber auch als Korsett empfunden wurde. So wurden ein Basiscurriculum von 30 KP (KP=ECTS), ein Professionalisierungsbereich von 30 KP, ein Bachelor-Abschluss-Modul von 15 KP und Praktika von 15 KP vorgeschrieben. Module sollten nicht kleiner als 5 KP und nicht größer als 12 KP sein. Die Bachelor-Prüfungsordnungen sind einheitlich und werden nur durch fachspezifische Anlagen ergänzt. Die Universitätsleitung wollte ursprünglich nur einen Bachelor für die ganze Mathematik, von der Lehramtsausbildung für die Grundschule bis zum Ersatz für das Diplom.  Nach längerer Überzeugungsarbeit wurden folgende Bachelor- und Masterstudiengänge genehmigt.
  • Fächerübergreifender Bachelor of Arts in Elementarmathematik ab WS 04/05 anstelle des Studiums für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen:
    Gesamtumfang 180 KP (ETCS), davon Module im Umfang von 54 KP  in Elementarmathematik und deren Didaktik. Keine gemeinsamen Module mit den anderen Mathematik-Bachelors.
  • Fächerübergreifender Bachelor of Science in Mathematik ab WS 04/05 anstelle des Studiums für das Lehramt an Gymnasien:
    Gesamtumfang 180 KP (ETCS), davon Module im Umfang von 60 KP in Mathematik. Pflicht sind
    • Analysis (18 KP), Lineare Algebra (9 KP) und Proseminar (3 KP).   Das ist das Basiscurriculum, das identisch mit dem des fachwissenschaftlichen Bachelor in Mathematik ist, so dass ein Wechsel nach 2 Semestern noch ohne Zeitverlust möglich ist.
    • Didaktik der Mathematik (6 KP), Stochastik (9 KP), Algebra (9 KP).
    Daneben ein Wahlpflichtmodul von 6 KP, dass auch in der Stochastik gewählt werden kann.
  • Fachwissenschaftlicher Bachelor of Science in Mathematik ab WS 05/06 anstelle des Diplomstudiums, von der ASIIN akkreditiert:
    Gesamtumfang  180 KP (ETCS), davon Module im Umfang von 102 KP in Mathematik,  30 KP im Nebenfach, 6 KP Programmierkurs,  9 KP Mathematisches Praktikum (Statistisches Praktikum, Versicherungsspiel, außeruniversitäres Praktikum). Stochastik mit 9 KP und eine Modellierung von 6 KP, die auch stochastische Modellierung sein kann, sind Pflicht. Daneben können noch zusätzlich bis 12 KP in Stochastik im Rahmen eines Schwerpunktes  belegt werden. Schwerpunkte mit möglichem stochastischen Inhalten sind Mathematische Anwendungen, Biomathematik  sowie  Versicherungs- und Finanzmathematik. Im Nebenfach wird in der Regel das Basiscurriculum des Nebenfaches studiert, das nach Universitätsvorgabe 30 KP enthält. Da manche Basiscurricula der Nebenfächer auch Mathematik-Module enthalten, hat die ASIIN zur Auflage gemacht, ein Modulhandbuch  für alle zugelassenen Nebenfachmodule zu erstellen. Das war die wesentliche Auflage der ASIIN.
  • Fachwissenschaftlicher Master of Science in Mathematik ab WS 05/06 anstelle des Diplomstudiums, von der ASIIN akkreditiert:
    Gesamtumfang  120 KP (ETCS), davon Module im Umfang von 24 KP in Reiner Mathematik (Analysis, Algebra), 24 KP in Mathematischen Anwendungen (Angewandte Mathematik, Stochastik), 18 KP in einem Schwerpunkt, 12-18 KP in einem Nebenfach, 6-12 KP fächerübergreifend oder als außeruniversitäres Praktikum. Beim Nebenfach, können auch Module des Nebenfach-Bachelors studiert werden. Es müssen allerdings Module sein, die nicht zum Basiscurriculum des Nebenfaches gehören.
  • Fächerübergreifender Master of Education in Elementarmathematik in Vorbereitung:
    Gesamtumfang 60 KP (ETCS).
  • Fächerübergreifender Master of Education in Mathematik in Vorbereitung:
    Gesamtumfang  120  KP (ETCS), davon Module im Umfang von 30 KP in Mathematik und Mathematik-Didaktik. Ein Modul in Modellierung von 6 KP, das auch stochastische Modellierung sein kann, ist Pflicht.
Prüfungs- und Studienordnungen, Beispielstudienpläne und Modulhandbücher  können auf der Seite Lehre und Studium eingesehen werden.

Die Prüfungen werden zentral vom Prüfungsamt verwaltet. Die Anmeldungen zu den Prüfungen und die Benotung der Prüfungen erfolgt online über Stud.IP. 

Bei den Lehramtstudiengänge brachen die Studierendenzahlen im ersten Jahr der Einführung sehr ein, hatten sich aber ein Jahr später restlos erholt. Im fachwissenschaftlichen Bachelor schrieben sich  im WS 05/06  ca. 50 Studierende ein, nachdem  das Diplomstudium vorher 70 bis 150 Anfänger hatte.